Warum Startup-Gründer keine Perfektionisten sein sollten

Steve Jobs war einer wie er im Buch steht: ein Perfektionist. Bis der erste Macintosh auf den Markt kam, vergingen ganze 3 Jahre. Erst später lernte Jobs, nicht selber immer alles perfekt machen zu müssen, sondern auch einfach mal Arbeit abzugeben und den Teamkollegen zu vertrauen. Der Konzerngeschichte von Apple stand der Perfektionismus nicht im Wege, aber für Startups kann das Streben nach Vollkommenheit zum Erfolgskiller Nummer eins werden.

Als Gründer möchte man keine halben Sachen machen und ein perfektes Produkt oder eine optimale Dienstleistung auf den Markt bringen. Monatelang wird am Konzept und am Businessplan herumgefeilt, Marktanalysen und Kundenumfragen werden durchgeführt und ins Corporate Design fließt auch eine Menge Herzblut. Die böse Falle ist dabei, dass unerfahrene junge Unternehmer sich allzu leicht im Perfektionismus verrennen. So wird aus Motivation schnell Verbissenheit und eine große Vision verwandelt sich ungesehen in einen engstirnigen Tunnelblick. Das Ergebnis: eine Geschäftsidee scheitert noch bevor sie wirklich in die Tat umgesetzt werden konnte.

Lieber Fehler machen als perfekt scheitern

„Einfach mal machen“, lautet die Devise in der Startup-Welt. Selbst wenn das eigene Produkt noch nicht zu hundert Prozent fertig ist, wird auf dem Markt eben ein unvollständiges „Minimum Viable Product“ (kurz: MVP) real am Kunden getestet. Das Live-Feedback ist viel wertvoller für die Weiterentwicklung hin zu einem tauglichen Produkt als ein stilles Abwägen aller Eventualitäten im Kopf. Es hat einen Grund, warum Eric Ries‘ „Lean Startup“ zu einem Bestseller und zur Pflichtlektüre aller Entrepreneure geworden ist. Eine Existenzgründung hat nämlich auch immer etwas mit einem „schlanken“ (engl.: lean) und dynamischen Schaffensprozess zu tun, bei dem man sich schrittweise dem selbstgesteckten Ziel nähert und auf Unvorhergesehenes rasch reagiert. Wer hierbei nur nach dem einen perfekten Lösungsweg sucht, steht sich selber unnötig im Weg. Startup-Gründer müssen verstehen, dass es kein Fehler ist, Fehler zu machen. Es heißt nicht umsonst: „Aus Fehlern lernt man“ und „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

Bei alledem geht es nicht darum, den eigenen Qualitätsanspruch für das Unternehmen aus den Augen zu verlieren. Es geht darum, zu erkennen, dass beim Gründen nicht jedes Detail perfekt sein muss. Oft ist es sinnvoller von Dingen loszulassen, wenn sie einen zeitlich zu lange aufhalten. Die Konkurrenz schläft nicht und es schießen jeden Tag neue Startups wie Pilze aus dem Boden. Also lieber nur etwas „gut“ machen, als es niemals „perfekt“ fertig zu bekommen.

Neigen Sie auch zum Perfektionismus? Haben Sie das Gefühl, nie fertig zu werden? Wir freuen uns über Ihre Kommentare. 

Beitragsbild: BirgitKorber

 

 

 

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