Think big! Einfach mal eine Universität gründen

Wir Deutschen sind bekannt dafür, nicht besonders risikofreudig zu sein. Hierzulande wägen Gründer gern erst einmal alle Sicherheiten ab, bevor sie sich trauen, den Weg der Selbstständigkeit zu gehen. Anders sieht es in Amerika aus. „Think big“ heißt dort die Devise. Es gibt nichts, das unmöglich ist. Genau das muss sich nun auch ein deutscher Seriengründer gedacht haben, dessen neuestes Projekt eine eigene Universität ist. Ja, richtig gelesen: eine private Hochschule für Programmierer.

Die Code University in Berlin begrüßt ab kommenden Wintersemester die ersten Bachelor-Studenten im Fach Software Engineering, Interaction Design und Product Management. Das Besondere daran: die praxisnahe Lehre, die auf die Anforderungen im beruflichen Tech-Umfeld perfekt ausgerichtet ist. Wer bisher nämlich Informatik an regulären Universitäten studiert hat, konnte sich lediglich mit Mathematik und Computertheorien auseinandersetzen und musste sich das eigentliche Programmieren selber beibringen. Damit ist nun Schluss. Der 31-jährige Thomas Bachem spielte bereits vor über zehn Jahren mit dem Gedanken, eine Hochschule für den Coder-Nachwuchs zu gründen. Und jetzt hat endlich alles gepasst. Die Code University ist die erste privat gegründete und staatlich anerkannte Lehranstalt dieser Art in Deutschland.

Mittlerweile werden nicht nur im Silicon Valley gute Entwickler händeringend gesucht. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung werden Software-Ingenieure überall gebraucht, in jeder Branche und jeder Unternehmensgröße. Nur fehlten bisher die adäquaten Studienmöglichkeiten für die digitalen Experten von morgen und Thomas Bachem hat genau diesen Bedarf erkannt. Zahlreiche Gründer und Business Angel – wie z.B. Rolf Schrömgens von Trivago, Frank Thelen, bekannt aus der Sendung „Die Höhle der Löwen“, oder Project-A-Gründer Florian Heinemann – steuern 5 Millionen Euro zum Vorhaben bei. Bis dato hatte Bachem die Uni mit seinem eigenen Vermögen finanziert, über das er mit seinen jungen Jahren bereits verfügte aufgrund erfolgreicher Startup-Exits: 2014 verkaufte er etwa Lebenslauf.com an die Plattform Xing. Den amerikanischen Spirit des „Groß“- und auch Neudenkens hat er verinnerlicht. Mit der Code University hat Bachem und sein Gründerteam eine Idee in die Tat umgesetzt, vor der die meisten sicher zurückgeschreckt wären.

Schon jetzt können sich Interessierte für einen Studienplatz in Berlin bewerben. Im Wintersemester 2017/18 werden die ersten 50 bis 100 Studenten an der CODE aufgenommen. Weitere Infos zum Bewerbungsprozess und den Studiengebühren gibt es hier.

Hätten Sie sich zugetraut, eine Universität zu gründen? Was halten Sie von der „Think big“-Mentalität?

Beitragsbild: monkeybusinessimages

 

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