Startup-Sprech: Sprechen Sie Startup?

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Wer ganz unbedarft das erste mal auf einem Startup-Event zugegen ist und mit Vollblut-Gründern ins Gespräch kommt, der wird wohl das ein oder andere Mal ins Grübeln kommen. Burn Rate? Pivot? Exit? Wovon reden die bitte? Jede Domäne verfügt über ihr eigenes Vokabular. Wir haben Gründern auf den Mund geschaut. 

Burn Rate

Die meisten Startups wollen schnell wachsen. Dazu benötigen sie meist eine Menge Kapital. Das bekommen sie von Venture Capital-Gesellschaften, Business Angels oder vielleicht auch der Bank. Doch natürlich reicht das Geld nicht ewig, irgendwann muss man aus eigener Kraft Gewinne erwirtschaften oder neues Geld von Investoren „einsammeln“. Die Burn Rate (das hört sich besser an als etwa Geldverbrennungsrate) ist deswegen eine wichtige Kennzahl für Startup-Gründer: Sie gibt Aufschluss darüber, wann das Unternehmen bei derzeitigen Kosten bzw. Einnahmen kein Geld mehr hat – und wann dementsprechend Zeit zum Handeln ist.

Serial Entrepreneur

Oft wird voller Respekt von einem Serial Entrepreneur gesprochen. Das ist einfach jemand, der schon einige Startups aus der Taufe gehoben hat. Disziplin, Durchhaltevermögen, Risikobereitschaft, Erfahrung, Können – das sind Attribute, die mitschwingen, wenn man von einem Serial Entrepreneur oder auch Seriengründer spricht. Doch natürlich sollten Sie nicht jeden, der sich Serial Entrepreneur nennt (oder so genannt wird), als einen Richard Branson verorten. Denn wer nach der Gründung einer Schülerzeitung sein eigenes Startup in dem Sand gesetzt und danach den Familienbetrieb übernommen hat, ist noch lange kein Seriengründer im eigentlichen Sinne.

Elevator Pitch

Und, was machen Sie so? Wer auf diese Frage eines potentiellen Großkunden, Kooperationspartners oder Investors keine pointierte Antwort auf Lager hat, dem eröffnen sich nach dem Gespräch eben auch keine neuen Geschäftsmöglichkeiten. Als Startup-Gründer muss man auf Knopfdruck seine Geschäftsidee erklären und dafür begeistern können – und das innerhalb einer Fahrt mit dem Aufzug (so lange reicht im Zweifelsfall die Aufmerksamkeitsspanne des Gegenübers).

Game Changer

Als GoPro Action Cams anbot, waren Camcorder plötzlich out. Massenproduzierte Automobile lösten Kutschen ab. Wer ein Smartphone hat, braucht (oft) keine „normale“ Fotokamera mehr. Game Changer sind Technologien, Geschäftsmodelle oder auch Menschen, die einen bestehenden Markt umkrempeln und völlig neue Spielregeln etablieren. Doch seien Sie kritisch. Nicht alles und jedes, was mit dem Game Changer-Label versehen wird, ist auch wirklich revolutionär.

Pivot

„Wir haben einen Pivot hingelegt“ – hört man häufig in der Startup-Szene. Gemeint ist: Das ursprüngliche Geschäftsmodell hat nicht funktioniert, wir machen jetzt was anderes – letztendlich also ein Euphemismus. Der vielleicht benutzt wird, weil sich immer noch keinen offene Fehlerkultur etabliert hat. Denn sobald man von Fehler oder Sackgasse spricht, macht sich meist das geschäftsschädigende Gefühl des bitteren Beigeschmacks breit.

Exit

Wenn Gründer von einem Exit sprechen, dann sind sie nicht auf der Suche nach dem Notausgang. Wer als Gründer einen Exit plant, der möchte seine Unternehmensanteile verkaufen (nach Möglichkeit mit Gewinn) und als Gesellschafter aus dem Unternehmen aussteigen.

Über welche weiteren Begriffe sind Sie schon gestolpert? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen?

Beitragsbild: Rawpixel

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