Kennen Sie schon die spannendsten neuen Startups? Heute: PEAT, die mit dem grünen Daumen

Innovative Geschäftsideen begegnen einem vielerorts: auf Gründerveranstaltungen, Startup-Messen, in Branchenzeitschriften, in Fernsehshows – und hier: GO AHEAD stellt Ihnen in einer neuen Serie besonders erfolgreiche Entrepreneure vor, die bereits wichtige Meilensteine erreicht haben und in großen Wettbewerben überzeugen konnten. Den Anfang macht PEAT, das Startup, das gerade mit dem CeBIT Innovation Award 2017 ausgezeichnet wurde.

Das Gründerteam rund um Simone Strey und Pierre Munzel hat sich zum Ziel gesetzt, die weltweit größte Datenbank zur Erkennung von Pflanzenschäden aufzubauen. Und sie sind mit ihrem Vorhaben gut auf dem Weg. Ihr Startup PEAT hat eine Bilderkennungssoftware entwickelt, die Pflanzenschäden automatisch erkennen kann. Die dazugehörige App namens Plantix unterstützt Gärtner, Kleinbauern und auch Großlandwirte dabei, ihre Ernten zu sichern und Pestizide einzusparen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Messe AG haben in diesem Geschäftsmodell den ökologischen und ökonomischen Mehrwert für die Landwirtschaft erkannt. Und so wurde der mit insgesamt 100.000 Euro dotierte CeBIT Innovation Award an PEAT als Sieger verliehen. Stellvertretend für das siebenköpfige Gewinnerteam stand Pierre Munzel für ein kurzes GO AHEAD Interview zur Verfügung.

Was ist das Besondere an Ihrem Gründerteam?

Besonders an uns ist, dass wir ein relativ großes Team sind. Sieben Gründer sind ja schon eher selten. Anfangs wurde das auch von vielen kritisch bewertet. Das hat sich mittlerweile jedoch gewandelt. Denn wer es hinbekommt, ein großes Team über zwei Jahre, auf zwischenzeitlich drei Kontinenten zusammenzuhalten und voranzukommen, kann nicht alles verkehrt gemacht haben. Gleichzeitig zeichnet unser Team aus, dass es interdisziplinär aufgestellt ist. Wir vereinen Kompetenzen aus dem App-Development, Data-Mining und den Natur- und Geisteswissenschaften. Dadurch können wir viele Bereiche professionell und „inhouse“ abdecken.

Was waren bisher die größten Herausforderungen in Ihrem Unternehmen und wie haben Sie diese gemeistert?

Schnelligkeit, Produktentwicklung und Reichweitengewinnung auf der einen Seite und begrenzte finanzielle Mittel auf der anderen Seite gehören wahrscheinlich zu den klassischen Herausforderungen, vor denen viele Startups stehen. Daher war es für uns immer sehr wichtig, genau zu überlegen, wofür und wie man seine Mittel einsetzt. Natürlich führte das auch dazu, dass man gewisse Dinge, die man wirklich gerne „losgetreten“ hätte, nicht durchführen konnte – aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Ihrer Meinung nach: Was sollte ein junger Unternehmer an Eigenschaften mitbringen, um erfolgreich ein Startup zu gründen?

Ich glaube, dass Flexibilität und Kreativität wichtige Eigenschaften sind, die ein Gründer mitbringen sollte. Mit Kreativität ist jetzt weniger gemeint, dass man wunderbar zeichnen kann – ich selber scheitere fast an einem Strichmännchen! Oftmals passieren Dinge, die man nicht hat kommen sehen, sowohl gute als auch weniger gute. Da ist es dann wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich auf die Lösungen zu fokussieren, statt grübelnd und zweifelnd das Problem in den Mittelpunkt zu stellen.

Ein Blick in die Zukunft: Welche weiteren Meilensteine hat PEAT in genau einem Jahr erreicht?

Im April gehen wir mit Plantix auch in Indien „live“. Das wird unser erster internationaler Rollout. Wir sind natürlich ziemlich gespannt und auch ein wenig nervös. In einem Jahr wollen wir in mindestens 15 Ländern fest etabliert sein und unsere Internationalisierung weiter vorantreiben. Wir hoffen, unser Team bis dahin auf bis zu 50 Menschen vergrößern zu können, um noch mehr Fahrt und Geschwindigkeit aufzunehmen. Wir werden sehen, was kommt!

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aus? Eine Antwort in 140 Zeichen:

Aufstehen und los geht’s! Nein im Ernst, den klassischen „Arbeitsalltag“ gibt es bei uns so nicht. Kein Tag ist so wie der vorherige.

Und last but not least, bitte vervollständigen Sie: Ich würde immer wieder den Weg der Selbstständigkeit wählen, weil…

… mit diesem Team so ziemlich alles möglich ist.

Danke an Pierre Munzel. GO AHEAD wünscht PEAT weiterhin ganz viel Erfolg!

Beitragsbild „Plantix_2“, Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung/Mike Auerbach

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