Jede Sekunde zählt – oder: Warum WPO das neue SEO ist

Gerade haben Gründer, Marketingexperten und User-Experience-Profis verstanden, warum die Themen SEO, UX & Co. so wichtig für den Erfolg eines Unternehmens sind, und jetzt kommt schon wieder ein neues Kürzel daher: WPO, die Web Performance Optimization. Warum die Ladegeschwindigkeit einer Webseite immer wichtiger wird, zeigt eine Studie aus dem Hause Google.

Heutzutage gibt es kein Unternehmen ohne Internetauftritt und dabei ist es ganz egal, ob es sich hierbei um einen etablierten Konzern oder ein junges Startup handelt. Alle sind auf der Suche nach Kunden und wollen im Netz auf sich aufmerksam machen. Vor allem Gründer im E-Commerce-Bereich sind darauf angewiesen, dass der Online-Nutzer den eigenen Shop nicht nur schnell findet und anklickt, sondern sich auch viel Zeit beim Scrollen durch das Angebot nimmt und am Ende den Warenkorb ordentlich füllt. Um dieses Ziel zu erreichen, wird viel Geld bei der Gestaltung und Optimierung der Unternehmenswebseite ausgegeben. Doch fatalerweise bleibt meist ein wichtiger Aspekt bei der Nutzererfahrung und Kundenzufriedenheit unberücksichtigt: die Ladezeit der Internetseite im Browser. Sie entscheidet aber mit darüber, ob ein Kunde auf der Seite bleibt oder nicht.

Höhere Umsätze durch schnellere Ladezeiten

Die großen Player wie Google, Amazon oder Facebook haben schon längst erkannt, dass nur der gewinnen kann, der seine User und Visitor nicht unnötig warten lässt. Die jüngste Studie von Google belegt dies mit eindeutigen Zahlen und erläutert, dass bereits eine Ladezeit von 2 Sekunden als „Warten“ empfunden wird. Vor allem Smartphone-Nutzer, die unterwegs „mal eben schnell“ etwas nachschauen, wollen, dass die Inhalte sofort – in Web Performance Zeit übersetzt: in 0,1 Sekunden – vollständig angezeigt werden. Ansonsten wird die Website nach 3 Sekunden von 53 % aller mobilen Besucher schon wieder verlassen.

Schnellere Internetauftritte profitieren demnach von längeren Seitenaufenthalten und deutlich geringeren Absprungraten. Im Falle von Amazon etwa lässt sich gut veranschaulichen wie sich die Page Speed unmittelbar auf die Geschäftszahlen auswirken: pro 100 Millisekunden zusätzlicher Ladezeit verzeichnet der Shopriese Umsatzeinbußen von 1 %. Oder mit einem anderen Beispiel positiv formuliert: Auf der Seite von Walmart.com ergab jede Ladezeitverkürzung einen Zuwachs der Conversion Rate von 2 %.

Optimierung der eigenen Page Speed

Doch woran hapert es bei langsamen Websites und wie lassen sich diese Fehler beheben? Die Darstellung einer Internetseite und die Geschwindigkeit, bis diese komplett geladen ist, hängt von drei Faktoren ab: der Server Performance, der Netzwerk Performance und der Frontend Performance. Während die ersten beiden Punkte infrastruktureller Natur sind, geht es beim Frontend um die eigentliche Verarbeitung der anzuzeigenden Daten. Und genau an dieser Stelle werden über 80 % der gesamten Ladezeit in Anspruch genommen. Es gibt kostenlose Tools, mit denen sich die eigene Web Performance messen lässt, z.B. PageSpeed Insights, GTmetrix, Pingdom.com oder auch Webpagetest.org. Sie alle geben Auskunft darüber, wie performant eine Seite ist und ob ein dringender Handlungsbedarf besteht. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, wendet sich am besten direkt an Frontend-Experten, die die eigene Firmenwebseite oder den Onlineshop technologisch optimieren können. Maßnahmen gibt es dabei viele: angefangen bei der Verringerung von Bildgrößen, über die Verbesserung von JavaScript- Anwendungen oder der Verkürzung von Http-Requests, bis zum Einsatz von Caching Mechanismen.

In jedem Fall macht es gerade auch für junge Unternehmer Sinn, das vorhandene Budget nicht nur in teure SEO- oder Marketingmaßnahmen zu stecken, sondern auch von Anfang an auf die entsprechenden Ladegeschwindigkeiten zu achten. Dies hat im Übrigen einen charmanten Nebeneffekt: Google belohnt rasche Ladezeiten mit einem besseren Ranking in der Suchmaschinenanzeige, denn eine gute User Experience – ohne Wartezeiten – ist das, was zählt.

Wie schnell sind Sie mit Ihrer Firmenwebseite im Netz unterwegs? Haben Sie sich vorher schon mal Gedanken über das Thema Web Performance gemacht?

Beitragsbild: alphaspirit

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