Chatbots – Warum Gründer diesen Trend im Auge behalten sollten

Es ist der Technologietrend 2017: Chatbots. Die meisten denken dabei vermutlich an die kleinen Chatfenster auf Webseiten, die Kundenanfragen beantworten und meist doch nicht so richtig weiterhelfen können. „Tut mir leid, ich verstehe Sie nicht“ – und schnell geht der Dialog mit dem „Gesprächsroboter“ dem Ende entgegen. Doch Chatbots können weit mehr und entwickeln sich rasant zu einem unverzichtbaren Marketing-Tool für Unternehmen.

Chatbots sind intelligente Softwareprogramme mit enorm großen Datenbeständen, die mit Menschen kommunizieren können. Und was nach Science-Fiction klingt, hat in unserem privaten Alltag doch längst Einzug gehalten. Apples sprachgesteuerter Assistent Siri etwa oder auch Amazons Alexa erzählen dem Nutzer in Echtzeit, wie das Wetter wird, welche Termine heute im Kalender stehen und spielen per Sprachbefehl die Lieblingsmusik in der Playlist ab. Nun wird künstliche Intelligenz zunehmend auch beruflich in der digitalen Kommunikation eingesetzt. Vor allem bei Unternehmen, die den direkten Kontakt zum Kunden suchen, führt kein Weg an Chatbots vorbei. Schließlich landen E-Mailings als unerwünschte Werbung im Spam-Ordner und Call-Center-Anrufe sind nicht nur belästigend sondern oftmals sogar verboten. Doch wie und wo erreicht man den Kunden am besten? Die Frage stellen sich nicht nur etablierte Konzerne sondern auch junge Gründer, die möglichst schnell Kunden gewinnen und an sich binden möchten.

Die Lösung für eine erfolgreiche Kunden-, Partner- und Mitarbeiterkommunikation heißt ab sofort: Chatbots. Durch sie wird ein direkter Zugang zu Services und Produkten eines Unternehmens oder einer Marke möglich. Seitdem Mark Zuckerberg im April 2016 den facebook Messenger für Chatbots geöffnet hat, ist dieser technologische Trend nicht mehr aufzuhalten. Mittlerweile gibt es allein bei facebook über 34.000 Chatbots, die mit den Nutzern kommunizieren – mal mehr oder weniger ausgereift in der Funktionalität. Hier ein paar Beispiele, die schon ganz gut funktionieren:

  • Auf der Suche nach günstigen Flügen gibt der Lufthansa Chatbot „Mildred“ Auskunft über die besten Verbindungen.
  • Der vor allem in Amerika beliebte Fahrdienst Uber bietet seinen Kunden einen Preisnachlass, wenn sie ihre Fahrt über den Chatbot buchen.
  • CNN liefert einen Nachrichtenüberblick und zwar nach persönlichen thematischen Interessen.
  • Der Hipster-Chatbot Mica weiß, wo sich die angesagtesten Lokale und Restaurants befinden.
  • Das Deutsche Historische Museum in Berlin führt den Besucher mit dem Handy durch die aktuellen Ausstellungen.
  • Und Poncho ist der Wetterfrosch, der einem verrät, ob man Sonnenbrille oder besser Regenschirm einpacken sollte.

Chatbots als neue Schlüsseltechnologie

Microsoft hat bereits im vergangenen Jahr mit der Aussage „Bots sind die neuen Apps“ für Aufsehen gesorgt. Und der Technologieriese könnte durchaus Recht haben. In den letzten Jahren ist eine wachsende App-Müdigkeit entstanden. 88 Prozent der Smartphone-Besitzer benutzen lediglich fünf Apps regelmäßig. Fast ein Viertel der heruntergeladenen Applikationen werden nur einmal angewendet und wieder gelöscht. Hingegen nutzen 3 Milliarden Menschen täglich einen Messenger-Dienst wie WhatsApp, Threema oder Line – und das durchschnittlich 7-mal am Tag. Der Trick ist also, sich auch als Unternehmen, Produkt- oder Service-Dienstleister genau dort aufzuhalten, wo bestehende und potenzielle Kunden eh schon sind und aktiv miteinander kommunizieren. Laut einer Studie von Oracle und dem Forschungsunternehmen Coleman wollen Firmen genau das tun: 80 Prozent aller Befragten planen, bis zum Jahr 2020 Chatbots für ihre Kundenbetreuung einzusetzen.

Die neue Schlüsseltechnologie wird wahrscheinlich auch unternehmensintern eine immer größere Rolle spielen. Einsatzmöglichkeiten gibt es hierbei viele. So können HR- bzw. Recruiting-Bots bei der Personalsuche helfen oder Aufgaben an die Mitarbeiter automatisch verteilen. Und Plattformen wie Slack mit integrierten Chatbots werden ohnehin schon vielerorts für die interne Mitarbeiterkommunikation und z.B. Projektarbeit in Marketing-Gruppen genutzt. Es lohnt sich für Unternehmer und Gründer in jedem Fall, das Thema zu verfolgen und sich gegebenenfalls selber zu fragen, wie Chatbots in die eigene Geschäftsstrategie passen könnten.

Das Who’s Who des neuen Trends trifft sich übrigens am 26. Juni 2017 in Berlin beim Chatbot Summit.

Was meinen Sie: Sind Chatbots nur ein Hype oder die neue Realität in der digitalen Kommunikation? Wir freuen uns über Ihre Kommentare!

Beitragsbild: Wutwhanfoto

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