„Wenn man seine Seite nicht aktiv bewirbt, fallen leider keine Unterstützer vom Himmel“

Ayhan Celebi Gründer Wundr

Fundingziel bei Kickstarter erreicht. Jetzt soll die Wundrwatch vermarktet werden. Ayhan Celebi, Mitgründer von WUNDR, erklärt uns die Idee der Ein-Zeiger-Uhr, gibt uns einen Einblick in die Learnings aus der Crowdfunding-Kamapne und einen Ausblick auf die nächsten Zeile und Herausforderungen.

GO AHEAD: Hallo Herr Celebi, aktuell läuft eine Kickstarter-Kampagne, mit der Sie die Wundrwatch finanzieren wollen. Was genau ist die Wundrwatch? Und wie ist die Idee zu diesem Produkt entstanden?

Ayhan Celebi: Wundrwatch ist eine 24h-Uhr mit nur einem Zeiger, wodurch sich die Uhrzeit auf nur circa 5 min genau ablesen lässt. Der Zeiger dreht sich am Tag nur einmal im Kreis und stellt dadurch die Zeit in seiner natürlichsten Form dar, da der Zeigerverlauf mehr oder weniger dem Sonnenstand entspricht.

Wir haben uns gefragt: Braucht man heutzutage eigentlich noch eine Armbanduhr? Die genaue Uhrzeit gibt’s ja schließlich auf dem Smartphone. Unsere Antwort war trotzdem „Ja“, da wir finden, dass die Armbanduhr eigentlich ein sehr schönes und klassisches Accessoire ist, auf das wir nicht verzichten wollen. Deswegen haben wir uns das Ziel gesetzt, eine klassische Uhr mit eben einer nicht ganz klassischen Funktion zu entwickeln. Die Uhr soll als eine Art Ruhepol dienen, der einen täglich daran erinnert, dass es im Leben nicht auf jede Sekunde ankommt, sondern eben auf das was man draus macht.

In gewisser Weise stellt unsere Uhr also eine Art Gegenprojekt zur Smartwatch dar. Sie ist für alle gedacht, die mal eine Auszeit von dem „Ständig-Online-Sein“ suchen.

Würden Sie uns das Unternehmen hinter der Wundrwatch vorstellen?

Ayhan Celebi: Unser Start-up WUNDR steht unter dem Motto „Rethinking Design“. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, altbewährte Accessoires angepasst an den Puls der Zeit neu aufzulegen und wollen damit den Alltag in einer immer komplexer werdenden Welt ein Stückchen einfacher und schöner machen. Bei unserer Produktentwicklung legen wir den Fokus auf zeitloses und minimalistisches Design, ohne Schnickschnack und auf einwandfreie Qualität bis ins letzte Detail.

Gestartet sind wir Ende 2014 mit unserem Produkt Wunderkey, eine Art Taschenmesser für Schlüssel als Alternative zum Schlüsselbund, welches wir mittlerweile EU-weit verkaufen.

Zum jetzigen Zeitpunkt habt Ihr 176 Unterstützer gewinnen können und 26.5010 Euro eingesammelt. Dabei lag Euer Finanzierungsziel bei gerade mal 20.000 Euro. Was sind Eure „Erfolgsgeheimnisse“? Was sollte man beim Crowdfunding beachten?

Ayhan Celebi: Im Endeffekt ist Kickstarter auch „nur“ eine Plattform: Wenn man seine Seite nicht aktiv bewirbt, fallen leider keine Unterstützer vom Himmel. Zunächst braucht man natürlich ein Produkt mit gewissen USPs um das Projekt für die Nutzer interessant zu machen. Dadurch steigen auch die Chancen, dass die Presse auf das Projekt aufmerksam wird und berichtet, woraus natürlich wertvoller Traffic resultiert. Letztendlich kommt es natürlich auch ziemlich auf die Darstellung bzw. auf das Video an.

Euer Video sieht sehr hochwertig produziert aus. Wie ist das zu Stande gekommen? Wie wichtig, denken Sie, ist solch ein Video für eine Crowdfunding-Kampagne?

Ayhan Celebi: Mit einem interessanten und ansprechenden Video macht man natürlich einen guten Eindruck und hat bessere Chancen, dass das Video bzw. die Kampagne geteilt werden. Deswegen haben wir in der Tat einiges auf unser Video gesetzt. Um das Gefühl der Uhr richtig rüberbringen zu können, haben wir uns entschieden, das Video dort zu drehen, wo unsere Philosophie, also „das Leben im Moment“, eigentlich herkommt und gelebt wird. Aus diesem Grund haben wir uns für das vom Buddhismus geprägte Thailand entschieden.

Die Reise mit über 80 kg Kameraequipment und drei verschieden Drehorten in 6 Tagen, bei tropischem Klima war dann natürlich sehr anstrengend, aber rückblickend können wir sagen, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Was sind nach Ablauf der Kampagne die nächsten Ziele und Herausforderungen?

Ayhan Celebi: Unser Fundingziel auf Kickstarter haben wir zwar schon erreicht, aber die Kampagne läuft jetzt noch circa 4 Wochen. Aktuell liegt der Fokus daher erst mal darauf, die Kampagne noch möglichst weit voran zu treiben.

Danach wollen wir die Uhr sowohl online aus auch offline auf dem Markt platzieren, und natürlich auch weiterhin unser Geschäft mit dem Wunderkey ausbauen. Obwohl wir noch keine konkreten Pläne haben, können wir langfristig gesehen auch sagen, dass Wundrwatch wahrscheinlich nicht unser letztes Kickstarter-Projekt gewesen ist!

Vielen Dank für das Interview!

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