Webseiten-Lokalisierung für Startups: So lokalisieren Sie kostengünstig

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Was im heimischen Markt Erfolg hat, kann auch global funktionieren. In Zeiten zunehmender Globalisierung ist es für Ihr Startup wichtiger denn je, auf dem internationalen Parkett vertreten zu sein. Voraussetzung für die erfolgreiche Vermarktung Ihrer Produkte und Dienstleistungen im Ausland ist dabei insbesondere die Anpassung von Sprache und Tonalität an die jeweiligen Zielländer. Ein knappes Budget hat Sie bisher davon abgehalten, Ihre Webseite zu internationalisieren? Ljubica Negovec, Geschäftsführerin des Übersetzungsbüros AlleSprachen, zeigt Ihnen im Folgenden, wie Sie auch mit wenig Geld die Lokalisierung erfolgreich umsetzen.

Die Kompetenz- und Kostenfrage

Eine Lokalisierung ist keine bloße Übersetzung. Sie erfordert ein erhöhtes Maß an Recherche, um Gegebenheiten akkurat in der Zielsprache wiederzugeben. Nicht selten müssen ganze Textstellen neu verfasst werden.

Erkundigen Sie sich unbedingt rechtzeitig, wie viel Zeit für die Lokalisierung veranschlagt werden muss und addieren Sie noch einmal etwa 20 Prozent – nur um sicherzugehen, denn hier kommen zwei Faktoren zusammen, die einen großen Einfluss auf die Qualität ihrer Lokalisierung haben: Kompetenz und Kosten.

Je länger die Umsetzung einer Lokalisierung dauert, desto kostenintensiver ist sie. Außerdem geht wertvolle Zeit verloren, die an anderer Stelle dringend benötigt wird. Vor allem zu Beginn ist ein junges Unternehmen damit beschäftigt, Fuß im Markt zu fassen. Zeit- und Arbeitsaufwand sollten an anderer Stelle deshalb möglichst geringgehalten werden.

Gleichzeitig soll dies aber nicht dazu animieren, Übersetzer zu Dumpingpreisen zu engagieren oder auf Google Translate zurückzugreifen. Aus zuvor genannten Gründen ist die Kompetenz bzw. das Hintergrundwissen eines Muttersprachlers essentiell. Aber, was tun, wenn das Budget knapp ist? Auf eine Lokalisierung verzichten? Damit würden Sie die Chance, Ihr Unternehmen zu weltweitem Erfolg zu führen, verpassen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie erfolgreich Ihre Inhalte lokalisieren können, ohne an Qualität einzubüßen und finanziell über die Stränge zu schlagen.

Mensch vs. Maschine

Sicherlich haben Sie bereits die Bekanntschaft mit Übersetzungsmaschinen wie Google Translate gemacht. Beinahe jeder, der sich schon einmal an der Übersetzung eines Textes versucht hat oder auch nur einzelne Wörter nachschlagen musste, wird auf sie zurückgegriffen haben.

Das Vorgehen ist simpel: Wort eintippen – auf Übersetzen klicken – Antwort erhalten. Aber, kann die Übersetzungsmaschine einen „lebendigen“, ausgebildeten Übersetzer tatsächlich ersetzen?

Nein, denn es gibt einen ganz bestimmten Grund, warum Google Translate im Unternehmensalltag nichts verloren hat: Google kennt keinen Slang, keine Redewendungen oder Bedeutungszusammenhänge – zumindest nicht immer.

Das führt mitunter zu wilden Satzbauten, falschen oder gar peinlichen Übersetzungen, die Sie sicher vermeiden wollen. Für das Nachschlagen von einzelnen Vokabeln sicher eine gute Sache – für die Internationalisierung beziehungsweise Lokalisierung Ihrer Webseite jedoch sicher nicht das geeignete Mittel.

Übersetzen Sie gezielt

Eines ist klar: Die Lokalisierung der Webseite ist für den Erfolg Ihres Startups sehr sinnvoll. Bedenken Sie aber, dass nicht jeder Markt für Ihr Business relevant ist. Selektieren Sie unbedingt und suchen Sie sich die Sprachen heraus, mit denen Sie am meisten erreichen können.

Um Ihr Budget gezielt einsetzen zu können, informieren Sie sich vorab, welche Sprachen Sie für das Erreichen Ihrer gesetzten Ziele tatsächlich benötigen. Sprachexperten sagen, dass es für die Unternehmen ausreicht, sich auf neun Sprachen zu konzentrieren, wenn sie 80 Prozent des weltweiten Marktes erreichen möchten – darunter fallen dann beispielsweise Englisch, Spanisch, Arabisch, während die richtig exotischen Sprachen nur für die wenigsten Startups interessant sind. Diese interessante Infografik veranschaulicht genau das grafisch!

Und nicht vergessen: Die Lokalisierung der Webseite ist nur der Anfang. Alle neuen Inhalte und weitere Marketingmaterialien müssen ebenfalls übersetzt und angepasst werden – je mehr Sprachen hier „genutz“ werden, desto umfangreicher und kostenintensiver wird das Vorhaben.

Verschaffen Sie sich die nötige Kompetenz

Lokalisierung bedeutet, dass Sie den neuen Markt und Ihre Zielgruppe verstehen müssen, um Ihre Inhalte so anzupassen, dass sie die Menschen anspricht – und das machen Sie am besten vor Ort, denn so erhalten Sie wichtige Einblicke in:

  • Vorlieben,
  • Typische Zahlungsmittel und Zahlungsgewohnheiten,
  • Kulturelle Unterschiede, die sich häufig auf im Kaufverhalten widerspiegeln.

Warum das wichtig ist? Ganz einfach: Die Lokalisierung einer Webseite bedeutet auch, das Angebot an die Zielgruppe anzupassen. Häufig kauft man im Ausland anders – und sei es nur, weil hierzulande eher über PayPal, in den USA vorrangig mit der Kreditkarte bezahlt wird. Wer hier das falsche Angebot präsentiert, hat nicht richtig lokalisiert.

Wenn Sie nicht das nötige Budget für eine Vor-Ort-Recherche haben, versuchen Sie ein lokales Netzwerk aufzubauen, dass Ihnen das notwendige Insiderwissen beschafft. Das Schöne dabei: Das muss nicht immer über bezahlte Freiberufler oder Festanstellungen passieren – auch andere „Goodies“, wie Beteiligungen oder Ähnliches, können als Bezahlung dienen.

Lokalisierung ist ein Schlüsselkonzept für das Wachstum Ihres Startups. Sie geht über eine einmalige Übersetzung hinaus und sollte deshalb als eine Investition in den zukünftigen Geschäftserfolg betrachtet werden. Die Angst vor hohen Kosten sollte Sie nicht davon abhalten, effektive Lokalisierungs-Maßnahmen zu ergreifen, um Ihr Business voranzutreiben. Mit den richtigen Tools, kultureller Kompetenz und ein wenig Einfallsreichtum, lässt sich Ihre Lokalisierung auch mit geringem Kostenaufwand umsetzen.

Über die Autorin

Ljubica Negovec führt als Geschäftsführerin das Übersetzungsbüro AlleSprachen in Wien mit ihrer über 20-jährigen Erfahrung in der Übersetzungsbranche sehr erfolgreich. Abgesehen vom Qualitätsmanagement, ist sie auch für die Personalentwicklung und die technische Weiterentwicklung des Unternehmens zuständig.

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