„Als erstes ‚zwingen’ wir Studierende dazu, sich mit sich selbst zu beschäftigen“

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JobsowieDu möchte Studierenden mit ihren Wunschjobs bei ihren Wunscharbeitgebern zusammenbringen. Dabei geht das Startup andere Wege als die 0815-Jobbörse. Im Interview erklärt uns Gründer Stefan Person das Konzept.

GO AHEAD: Hallo Herr Person, JobsowieDu ist im Grunde eine Jobbörse – die aber etwas anders funktioniert, als die üblichen Verdächtigen. Was ist das Besondere an JobsowieDu?

Stefan Person: Das Prinzip ist ganz einfach – wir vereinfachen den Ganzen Suchprozess und konzentrieren uns auf das Finden. Als erstes „zwingen“ wir Studierende dazu, sich mit sich selbst zu beschäftigen und beim „Matching“ in 25 Fragen zu überlegen, wie denn der zukünftige Job sein muss, damit er zum Kandidaten passt. Das sind Rahmenbedingungen wie Arbeitsabläufe, Arbeitsweise, Unternehmenskultur, aber auch strukturelle und ortsbezogene Rahmenbedingungen. Die Studierenden sollen sich gedanklich an ihren zukünftigen Arbeitsplatz setzen und überlegen, wie das alles um sie herum sein muss, damit sie erstens gern dort anfangen und zweitens auch dauerhaft bleiben wollen.

Das Matching orientiert sich dann an den tatsächlichen Rahmenbedingungen der Stelle und so werden „Bedürfnisse“ und „vorherrschende Rahmenbedingungen“ miteinander verglichen. Danach wird dem Bewerber eine Übersicht präsentiert, die Stellen zeigt, die zu ihm/ihr passen. Diese Stellen sind von ihrem Jobtitel befreit und auch das Unternehmen bleibt anfänglich verborgen. Die Stelle wird in eine Challenge umgewandelt, die in kleinen Aufgaben den Job erlebbar macht. Im zweiten Teil der Challenge lernt der Kandidat dann das Unternehmen kennen. Idealerweise hat er/sie jetzt etwas gefunden, was zu ihm/ihr passt, hat es kennen gelernt, findet das Unternehmen spannend und kann sich jetzt entscheiden, ob das Unternehmen sich bei ihm/ihr melden darf. Falls nicht, macht er/sie einfach die nächste Challenge. Das ist JobsowieDu!

Wie ist die Idee zu JobsowieDu entstanden? Wie hat sich das Team zusammengefunden?

Person: Die Idee hat sich die letzten Jahre entwickelt. Wir haben selbst an der Universität jahrelang Berufsorientierung gelehrt und dabei sowohl die Probleme der Studierenden, als auch die vorhandenen Ressourcen zur Orientierung festgestellt.

Ein zentrales Problem an normalen Suchmaschinen bzw. Jobportalen ist, dass man wissen muss, welchen Job man sucht und wo man ihn ausüben möchte – was machen aber die, die genau das nicht wissen? Wenn man normale Suchmaschine benutzt, kommt man auf eine Fülle von unaussprechlichen Jobbezeichnungen und verzweifelt am Ende an der Vielfalt und vor allem Unkenntnis von Jobs und Arbeitgebern. Das ist sehr mühsam und oft unbefriedigend. So ist die Idee entstanden: Finden, statt suchen, unvoreingenommen und spielerisch kennen lernen und nicht blind bewerben – JobsowieDu!

Das Team hat sich dann sehr schnell anhand der nötigen Kompetenzen gefunden – wir haben unseren Sitz im Mitteldeutschen Multimediazentrum in Halle (Saale) und da sitzen viele kreative und kompetente Menschen.

Sie haben sich für die GbR als Rechtsform entschieden? Warum keine UG oder GmbH, wie viele andere Startups?

Person: Das ist ganz einfach – die GbR ist das „Dach“ unter dem bis zur Gründung gearbeitet wird. Wir haben den Fokus auf die Plattform gelegt und bereiten nebenher die Gründung vor, die wir zu Beginn des zweiten Quartals 2017 geplant haben.

Sie waren auf der Zukunft Personal als Aussteller in der Start-up Village. Was bringt der Kanal „Messe“ für ein noch junges Unternehmen? Wie sieht eine Kosten-Nutzen-Rechnung aus?

Person: Wir hatten auf der Zukunft Personal einen großen Vorteil – wir gehen am 16. November 2016 mit JobsowieDu online und konnten uns in Köln noch einmal ganz viel Feedback einholen. Wir hatten unzählige Gespräche mit potentiellen Partnern und Kunden, aber auch mit vielen potentiellen Nutzern.

Selbst das Feedback von anderen HR-Start-ups und ganz normalen „Neugierigen“ hat uns wieder einen Schritt nach vorn gebracht. Der reine Kundenfokus hätte die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht gut aussehen lassen, aber wir hatten den Testfokus und der hat überzeugt!

Was gibt es aus der Branche zu berichten? Welche Trends beobachten Sie im Bereich HR?

Person: Ich kann zumindest für das Recruiting sprechen – da sind ganz klar „Automatisierung“, „Matching“ und „Recruitainment“ ein Trend. Dabei gibt es aktuell einige gute Lösungen, Unternehmen oder die Unternehmenskultur zu matchen. Wir bewegen uns also auf der „Trendwelle“, haben aber in der Kombination, konkrete Stellen zu matchen und sie dann spielerisch kennen zu lernen, einen klares Alleinstellungsmerkmal.

Seit Kurzem sind Sie mit Ihrem Webangebot live. Was sind die nächsten Herausforderungen? Und wie wollen Sie die meistern?

Person: Wir gehen am 16. November 2016 online und haben jetzt die Herausforderung, möglichst viele Stellen von Unternehmen einzusammeln und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Zielgruppe Studierende auf den 16. November 2016 zu lenken. Beides gelingt uns aber sehr gut – die positive Resonanz hat uns bestärkt und motiviert uns dauerhaft.

Warum sollten Startups JobsowieDu für die Personalsuche ausprobieren?

Person: JobsowieDu hat einen großen Vorteil – wir stellen alle Arbeitgeber auf eine Stufe und bringen Kandidaten mit Jobs zueinander, die zueinander passen. Bei JobsowieDu ist jeder Arbeitgeber auf die gleiche Weise sichtbar bzw. unsichtbar, da die Kandidaten erst die Stelle kennen lernen und dann den Arbeitgeber und beides spielerisch und unvoreingenommen kennen lernt. Es geht also nicht darum, wer am „buntesten“ ist oder am meisten bezahlt, sondern wer bzw. was am besten zueinander passt. Es entscheidet also der zweite Blick und nicht der erste – selten kommen viele „unsichtbare“ Unternehmen in den Genuss des „zweiten Blicks“. Natürlich bieten wir Start-ups auch entsprechende Konditionen, wenn sie sich auf diesen Artikel beziehen!

Vielen Dank für das Interview!

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