Businessplan schreiben: Wichtige Tipps für Ihre Finanzplanung

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Die Finanzplanung stellt für viele Gründer beim Schreiben ihres Businessplans eine große Hürde dar. Im neuesten Beitrag seiner Serie zum Thema Businessplan hilft Sandeep S. Chhatwal mit pragmatischen Tipps. Chhatwal studierte Betriebswirtschaftslehre (MBA), ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Handels- und Gesellschaftsrecht, Gründer-Coach und Gutachter sowie Coach beim Businessplan Wettbewerb der NUK Neues Unternehmertum Rheinland. Business Pläne sind sein Daily Business.

Wird eine Finanzierung oder Förderung abgelehnt, dann meist nicht aufgrund des schriftlichen Teils des Businessplans – meist sind Fehler bei der Finanzplanung verantwortlich. Gründer sollten deshalb besonderes Augenmerk auf die Ausarbeitung ihrer Finanzplanung richten und im Zweifelsfall alles doppelt und dreifach nachprüfen. Hier habe ich Ihnen bereits erklärt, wie Sie Ihre Finanzplanung am besten Schritt für Schritt angehen. Im aktuellen Artikel möchte ich Ihnen noch einige hilfreiche generelle Tipps aus meiner Beratungspraxis mit auf den Weg geben:

Stützen Sie sich auf Erfahrungswerte

Ein Businessplan ist auf die Zukunft gerichtet. Das liegt in der Natur der Sache. Und das bedeutet, dass Sie Annahmen über die Zukunft treffen müssen. Beispielsweise müssen Sie Annahmen darüber treffen, wie viele Produkte Sie in einem gewissen Zeitraum verkaufen werden. Hier sollten Sie natürlich nicht einfach „irgendwas“ annehmen, sondern Ihre Annahmen bestmöglich absichern. Besorgen Sie sich beispielsweise Handelsregisterauszüge von vergleichbaren Unternehmen und schauen Sie sich die entsprechenden Absätze an. Oder sprechen Sie mit Gründern, die bereits einige Schritte weiter sind, wie sich z. B. Personal- oder Investitionskosten in deren Unternehmen entwickelt haben.

Fangen Sie frühzeitig mit der Finanzplanung an

Schieben Sie die Finanzplanung nicht auf die lange Bank und geraten Sie am Ende nicht in Zeitnot, weil eine Abgabefrist für einen Wettbewerb droht. Ich habe bereits mehrfach in dieser Serie erwähnt, dass in einem Businessplan viele Zahnräder ineinandergreifen und dass alle Kapitel eines Businessplans zusammenhängen. So basiert natürlich auch das Zahlenwerk Ihrer Finanzplanung auf dem schriftlichen Teil Ihres Businessplans. Es bietet sich daher an, beide Teile parallel zu entwickeln. Stehen beispielsweise die zu erwartenden Absatzmengen und Ihre Preisstrategie fest, können Sie diese auch schon Ihre Umsatzplanung übernehmen.

Nehmen Sie ihre Leser an die Hand

Bei der Finanzplanung geht es nicht nur um Zahlen. In einem schriftlichen Teil zur Finanzplanung sollten Sie Ihre Leser an die Hand nehmen und sie durch Ihr Zahlenwerk führen. Warum steigen im dritten Quartal die Investitionskosten an? Warum müssen trotz Wachstum keine neuen Mitarbeiter eingestellt werden? Wie wollen Sie mögliche Durststrecken überwinden? Wann und warum liegen saisonale Schwankungen vor? Überlegen Sie, an welchen Stellen Ihre Leser ins Stocken geraten könnten und räumen Sie mögliche Fragen oder Einwände bereits im Vorfeld aus.

Ist alles schlüssig? Haben Sie auch nichts vergessen?

Bei einem Businessplan muss alles zusammenpassen. Wenn Sie im schriftlichen Teil Marketingmaßnahmen andenken, sollten sich entsprechende Kosten bzw. auch der Nutzen in der Finanzplanung widerspiegeln. Wenn Sie planen im nächsten Geschäftsjahr weitere Mitarbeiter einzustellen, dürfen Sie in Ihrer Finanzplanung nicht die Kosten für weitere Büroräume oder auch die Personalnebenkosten vergessen. Hier gilt: Vier Augen sehen mehr als zwei. Lassen Sie also lieber nochmal einen findigen Bekannten oder einen Profi drüber lesen, ob Ihre Finanzplanung auch schlüssig ist, bevor Sie diese bspw. bei einer Bank einreichen.

Was hat Ihnen die Finanzplanung erleichtert? Können Sie jungen Gründern weitere Tipps mit auf den Weg geben? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Beitragsbild: AndreyPopov

Über Sandeep S. Chhatwal

avoc_Chhatwal_RGB_grauRA Sandeep S. Chhatwal MBA ist Inhaber der RSC-Rechtsanwaltskanzlei Sandeep Chhatwal und bietet Gründerinnen, Gründern und Startups die Symbiose aus Unternehmens- und Rechtsberatung. In Kooperation mit der Steuerberatungskanzlei Dipl. Kff. Ulrike Plogmann bietet RSC Mandanten eine ganzheitliche Sichtweise und berät zu allen betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerrechtlichen Fragestellungen.

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