Der Deutsche Startup Monitor 2016 ist da

dsm 2016

Bereits zum vierten Mal fand dieses Jahr auf Initiative des Bundesverbandes Deutsche Startups eine Onlinebefragung zum Startup-Ökosystem in Deutschland. Für den Deutschen Startup Monitor 2016 (DSM) wurden die Antworten von 1.224 Gründern sowie Mitgliedern der Geschäftsführung von Startups in Deutschland ausgewertet. Hier die spannendsten Ergebnisse.

  • Der Deutschen Startup Monitor nimmt Startups in den Fokus, keine Existenzgründungen. Startups definiert der DSM als Unternehmen, die jünger als 10 Jahre sind, ein (hoch) innovatives Geschäftsmodell verfolgen und ein signifikantes Mitarbeiter- und/oder Umsatzwachstum anstreben. Interessant: Der Anteil weiblicher Selbstständiger liegt seit 2013 konstant bei 43 %. Der Anteil der Startup-Gründerinnen ist deutlich geringer und liegt bei derzeit knapp 14 %. Den größten Gründerinnenanteil gibt es übrigens in Hamburg (23,3 %), den kleinsten in München (8,1 %)
  • Im Gegensatz zum allgemeinen Gründungsgeschehen werden Startups meist im Team gegründet. 75 % der Startups werden von Teams gegründet, nur 25 % von Sologründern. Der Anteil von Teamgründungen im allgemeinen Gründungsgeschehen liegt bei bei 37 %.
  • Das Alter bei erstmaliger Gründung liegt bei durchschnittlich 27,3 Jahren. Männer gründen deutlich eher (knapp 27 Jahre) als Frauen (31 Jahre).
  • 49,2 % der Befragten haben zuvor mindestens ein Startup gegründet, können also als Seriengründer bezeichnet werden. Zu ihrer letzten Unternehmung befragt, erklärten 44,4 % der DSM-Teilnehmer, dass ihr Unternehmen weiterhin besteht, 23,3 % haben den Geschäftsbetrieb freiwillig eingestellt. Spannend: 61 % der Befragten würden auch bei einem Scheitern ihres aktuellen Startups wieder gründen. Das Angestellten-Dasein ist nur für 24,4 % eine Alternative.
  • Startup-Gründer sind (zumindest ein wenig) zufriedener als Angestellte. Die Befragten bewerteten ihre Zufriedenheit auf einer 10-Punkte-Skala durchschnittlich mit 7,3. Eine vergleichbare Gallup-Umfrage zur Lebenszufriedenheit von Arbeitnehmern lieferte eine 7,1.
  • Fast die Hälfte der Befragten Startups erzielen ihre Umsätze ausschließlich in Deutschland. 82,5 % planen aber eine (weitere) Internationalisierung, die meisten (42,1 %) innerhalb der EU. Als größte Herausforderung sehen die befragten Startups dabei Differenzen in der Gesetzgebung und Regulierung (60,7 %), Differenzen im Steuersystem (36,3 %) sowie die Anpassung der Produkte und Services an die Kundenwünsche vor Ort (28,8 %).
  • Die meisten der Befragten würden die FDP wählen (28,6 %). Die Grünen und die CDU liegen mit gut 20 % in der Gunst der DSM-Teilnehmer etwa gleichauf. Die SPD kommt auf 11,2 %. Die AfD kommt auf 2,5 %. Bundeskanzlerin Merkel sprechen nur 12,5 % der Befragten Gründerkompetenz zu. Eindeutiger Spitzenreiter ist hier Christian Lindner von der FDP mit 47,4 %. Die Schulnoten, die die befragten Gründer für Bundes- und Landespolitik vergeben, liegen weiterhin im unteren Mittelfeld bei 3,9 bzw. 3,6.
  • Zum Thema “unternehmerisches Selbstverständnis” äußerten sich die Befragten wie folgt: Knapp 95 % fühlen sich verantwortlich für ihre Mitarbeiter. 86,2 % fordern von ihren Mitarbeitern aber auch die gleiche Leistung wie von sich selbst. 35,8 % werden aktiv, im die Interessen ihres Startups politisch zu vertreten.
  • Die Befragten DSM-Startups haben im Schnitt 11,9 Mitarbeiter. Dabei kommen 30,7 % der Mitarbeiter aus dem (EU-)Ausland. Im Schnitt wollen die Befragten 6,6 Mitarbeiter einstellen. Im letzten Jahr waren es noch 8,3 Mitarbeiter.
  • Hoodies sind in 94 % der befragten Startups erlaubt. Knapp 25 % haben einen Kicker-Tisch. Etwas über 10 % der DSM-Unternehmen erlauben sich einen Feel-Good-Manager.
  • 84,1 % der befragte nutzen eigene Ersparnisse als Finanzierungsquelle; etwas über 30 % greifen auf Kapital von Freunden oder der Familie zurück. Auf Business Angels (22,6 %), Venture-Capital-Gesellschaften (18,8 %) und Inkubatoren/Company Builder/Accelerator (8,3 %) bauen dagegen wesentlich weniger der Befragten.
  • Etablierte Unternehmen erhalten von den befragten Gründern eine nur sehr durchschnittliche Schulnoten, wenn es um Kooperationen geht: eine 3,7, im Gegensatz zu einer 3,5 im letzten Jahr.

Hier finden Sie die gesamte Studie. 

Was halten Sie von den Ergebnissen Deutschen Startup Monitor 2016? Finden Sie sich wieder? Wo gibt es Ihrer Meinung den größten Handlungsbedarf im deutschen  Startup-Ökosystem.Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Beitragsbild: LeeTorrens

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