Businessplan schreiben: Schritt für Schritt zur Finanzplanung

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Zu jedem Businessplan gehört eine Finanzplanung. Hier wird ersichtlich, ob ein Geschäftskonzept tatsächlich auf gesunden Beinen steht. Bei der Ausarbeitung der Finanzplanung hilft Ihnen Sandeep S. Chhatwal mit dem neuesten Beitrag seiner Serie zum Thema Businessplan. Chhatwal studierte Betriebswirtschaftslehre (MBA), ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Handels- und Gesellschaftsrecht, Gründer-Coach und Gutachter sowie Coach beim Businessplan Wettbewerb der NUK Neues Unternehmertum Rheinland. Business Pläne sind sein Daily Business.

In der Finanzplanung fließen alle relevanten Entscheidungen, Maßnahmen oder Annahmen aus dem schriftlichen Teil Ihres Businessplans in einem stimmigen Zahlenwerk zusammen. Vor allem besteht die Finanzplanung aus einer Liquiditäts- und einer Rentabilitätsplanung, einer Gewinn-und-Verlust-Rechnung und ggfs. einer Bilanzplanung. Aus der Rentabilitätsplanung bzw. der Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird deutlich, ob ein Geschäftskonzept überhaupt rentabel ist. Die Liquiditätsplanung errechnet die Zahlungsfähigkeit bzw. die „flüssigen Geldmittel“ des Unternehmens. In der Bilanzplanung stellen Sie dar, wie sich Ihr Vermögen und Ihre Schulden im jeweiligen Geschäftsjahr entwickeln.

Aus meiner Erfahrung tun sich viele Gründer mit der Finanzplanung relativ schwer. Die Zahlen und Tabellen erscheinen auf den ersten Blick sehr komplex und stellen eine Hürde dar. Doch keine Angst – wer strukturiert und Schritt für Schritt vorgeht, kommt garantiert zum Ziel. Schließlich hat man einen Großteil der Arbeit bereits im schriftlichen Teil des Businessplans geleistet. Aus meiner Erfahrung hat sich folgendes Vorgehen bewährt.

Erster Schritt: Suchen Sie sich ein gutes Tool oder eine gute Vorlage

Es gibt eine ganze Menge hervorragender und meist kostenlosen Tools und Vorlagen (zum Beispiel in Microsoft Excel) für Ihre Finanzplanung. So müssen Sie Ihre Zahlen meist „nur noch“ an die richtige Stelle einsetzen, viele Rechnungen erledigen sich automatisch. Oft enthalten Tools und Vorlagen darüber hinaus hilfreiche Tipps und Tricks. Machen Sie sich also auf die Suche nach einer Vorlage, die Ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Aber: Gerade Excel-Vorlagen sollten Sie nicht blind vertrauen. Schauen Sie besser, ob die Vorlage auch wirklich alles in ihrem Sinne und korrekt berechnet – und passen Sie die Vorlage an Ihre Geschäftsidee an. Die Arbeit lohnt sich: Eine gute Vorlage ist ein wichtiger Schritt in Richtung fertiger Finanzplanung.

Zweiter Schritt: Beginnen Sie mit den Detailplänen

Die Grundlage für Ihre weitere Finanzplanung bilden Ihre Detailpläne wie Ihre Umsatzplanung, Ihre Kostenplanung, Ihre Produktionsplanung, Ihre Personalkostenplanung, Ihre Investitionsplanung oder Ihre Abschreibungsplanung – je nachdem wie Ihre Geschäftsidee aussieht.

Für die Umsatzplanung müssen Sie beispielsweise Ihre erwarteten Absatzmengen mit dem Preis der jeweiligen Produkte multiplizieren. Die entsprechenden Zahlen entnehmen Sie den entsprechenden Kapiteln (Markt, Preisstrategie) Ihres Businessplans.

In Ihrer Kostenplanung müssen Produkt-, Material-, Personal- oder Vertriebskosten einrechnen. Beachten Sie dabei den Unterschied zwischen Fixkosten und variablen Kosten. Fixkosten sind unabhängig von der Absatzmenge, variable Kosten nicht. Benötigen Sie beispielsweise mehr Mitarbeiter, weil Sie mehr produzieren müssen, benötigen Sie wahrscheinlich auch weitere Räumlichkeiten. Auch bei der Kostenplanung sollten Sie die entsprechenden Kapitel im schriftlichen Teil Ihres Businessplans konsultieren.

In der Investitionskosten- und Abschreibungsplanung führen Sie erforderliche Gegenstände an, die Sie für Ihre Geschäftstätigkeit benötigen. Denken Sie beispielsweise an Computer, Büromöbel oder auch Produktionsmaschinen. Halten Sie neben den Anschaffungspreisen und dem Zeitpunkt des Kaufs vor allem auch die dazugehörigen Nebenkosten (beispielsweise für die Anlieferung) fest. Darüber hinaus sollten Sie die Abschreibungen Ihrer Anschaffungen festhalten. Abschreibungen wirken sich gewinn- und damit steuermindernd für die Dauer der Nutzung aus. Die Nutzungsdauer von Anschaffungen ist in der amtlichen AfA-Tabelle des Bundesministeriums für Finanzen festgelegt.

Dritter Schritt: Erstellen Sie Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Liquiditätsplanung und Bilanzplanung

Haben Sie alle für Ihr Geschäftsmodell erforderlichen Detailpläne erstellt, ist das die beste Grundlage für die Ausarbeitung Ihrer Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Liquiditätsplanung und Bilanzplanung. Natürlich sind auch ein gutes Tool bzw. eine geeignete Vorlage, etwas rechnerisches Geschick sowie eine Portion gesunder Menschenverstand von Nöten. Nutzen Sie letztere um am Ende Ihr Zahlenwerk nochmal aus allen Perspektiven zu beleuchten, um ggfs. Unstimmigkeiten zu erkennen.

Vierter Schritt: Integrieren Sie Ihre Finanzplanung übersichtlich in Ihren Businessplan

Sind Sie mit Ihrer Finanzplanung fertig und zufrieden müssen Sie Ihre Planzahlen übersichtlich und verständlich in Ihren Businessplan integrieren. Außerdem sollten Sie Ihre Zahlen in einem dazugehörigen Textteil erläutern, sodass Leser Ihre Berechnungen nachvollziehen können. Fragen Sie sich dabei, welche Fragen der Leser haben könnte und nehmen Sie die Antworten vorweg. Die wichtigsten Detailpläne sollten Sie im Anhang Ihres Businessplans einpflegen oder auf Anfrage zur Verfügung stellen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einige Impulse und Tipps für ihre Finanzplanung mit auf den Weg geben und freue mich auf Ihre Kommentare!

Beitragsbild: dolgachov

Über Sandeep S. Chhatwal
avoc_Chhatwal_RGB_grauRA Sandeep S. Chhatwal MBA ist Inhaber der RSC-Rechtsanwaltskanzlei Sandeep Chhatwal und bietet Gründerinnen, Gründern und Startups die Symbiose aus Unternehmens- und Rechtsberatung. In Kooperation mit der Steuerberatungskanzlei Dipl. Kff. Ulrike Plogmann bietet RSC Mandanten eine ganzheitliche Sichtweise und berät zu allen betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerrechtlichen Fragestellungen.

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