Gründen im Rentenalter – an diese vier Dinge sollten Sie denken

Gründen im Rentenalter

Wer im Alter gründet, genießt Vorteile: Branchenkenntnisse, ein breites Netzwerk und langjährige Berufserfahrung gehören zum persönlichen Equipment von Seniorgründern. Auf der anderen Seite gibt es auch spezifische Herausforderungen, mit denen sich gründungswillige Rentner auseinandersetzen müssen. Welche das sind, lesen Sie hier.

Die Motivation, die Gründer antreibt, die eigentlich schon in Rente sind, ist nicht immer die gleiche. Einige sehen sich aufgrund finanzieller Engpässe dazu gezwungen, andere sind einfach nicht geschaffen für das Nichtstun und wieder andere nutzen die Freiräume des Ruhestandes, um endlich ihr Hobby zum Beruf zu machen. Darüber, wie kreativ, fähig und erfolgreich ein Gründer ist, sagt sein Alter jedenfalls kaum etwas was. Ungeachtet der individuellen Unterschiede gibt es vier Fragen, die sich Seniorgründer im Vorfeld stellen sollten.

Ist mein fachliches Know-how auf dem neusten Stand?

Wenn Sie sich in dem Bereich selbstständig machen, in dem Sie lange Jahre beruflich tätig waren, können Sie von Ihren Erfahrungen profitieren: Mit Ihrer Branche und dem Arbeitsalltag sind Sie dann bestens vertraut. Allerdings ist das nur die halbe Miete. Denn wenn die Ausbildung lange zurückliegt und für Weiterbildungen selten Zeit war, besteht die Gefahr, dass Ihr fachliches Know-how mittlerweile überholt ist. Zudem ist neben fachlicher Kompetenz auch kaufmännisches Wissen gefragt. Wer hier Unsicherheiten hat, ist gut beraten, vor der Gründung von einem Beratungs- und Weiterbildungsangebot Gebrauch zu machen.

Wie regle ich meine Nachfolge?

Zugegeben: Es ist ein bisschen absurd, sich Gedanken über die Nachfolge eines Unternehmens zu machen, das noch nicht einmal gegründet ist. Ältere Gründer kommen darum jedoch nicht herum. Zumindest dann nicht, wenn sie versuchen, einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen. Denn je höher der Kredit ist, desto hartnäckiger pochen Kreditinstitute darauf, dass es jemanden gibt, der im Fall der Fälle die Tilgung übernimmt.

Reduziert sich meine Rente, wenn ich ein Unternehmen gründe?

Gründer, die das reguläre Rentenalter erreicht haben, dürfen zu ihrer Rente ohne Einschränkungen dazuverdienen. Für alle, die vorzeitig in den Ruhestand gegangen sind, sieht das etwas anders aus. Wer in Rente ist, ohne die Regelaltersgrenze erreicht zu haben, darf maximal 450 Euro dazuverdienen, bevor sein Einkommen Auswirkungen auf die Höhe der Rente hat. Ausführliche Informationen finden Sie in der Broschüre Rente und Hinzuverdienst, die die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Website zum Download bereitstellt.

 

Möchte ich die Belastung einer Gründung tatsächlich auf mich nehmen?

Egal, ob Sie sich selbstständig machen, um zum Beispiel beratend tätig zu bleiben, oder ob Sie ein eigenes Unternehmen neugründen, das Arbeiten in Eigenregie ist sowohl mit körperlicher als auch mit nervlicher Anstrengung verbunden. Sie sollten sich Klarheit darüber verschaffen, ob Sie das aushalten können und möchten. Wichtig zu wissen ist auch, ob sich die Belastung gegebenenfalls kurzfristig reduzieren lässt. Gleichzeitig sollten Sie sich auch eine Strategie dafür zurechtlegen, wenn Sie einmal krank werden. Als Gründer im Rentenalter ist es empfehlenswert, darauf zu achten, die eigenen Kräfte nicht zu überschätzen.

Haben Sie im Ruhestand den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt? Und haben Sie Tipps, wie die Gründung im Rentenalter reibungslos über die Bühne geht?

Foto © choja

1 Kommentar zu “Gründen im Rentenalter – an diese vier Dinge sollten Sie denken

  1. landwehr

    Das man als Rentner im gesetzlichen Rentenalter unbegrenzt hinzuverdienen darf, ist altbekannt. Ich vermisse die Information,welche Auswirkungen das auf gesetzlich Krankenversicherte Menschen hat.

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