Der Deutsche Startup Monitor 2015 ist da

Deutsche Startup Monitor

Wie tickt die deutsche Startup-Szene? Wie ist die wirtschaftliche Situation für eine Startup-Gründung? Welche Branchen boomen? Wie ist die Arbeitsplatzsituation in Startups? Wie sieht es mit den politischen Rahmenbedingungen aus? Antworten liefert der Deutsche Startup Monitor 2015.

Bereits zum dritten Mal gibt der Deutsche Startup Monitor auf Initiative des Bundesverband Deutsche Startups e. V. (BVDS) einen detaillierten Überblick über das Startup-Gründungsgeschehen in Deutschland. Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um die „normale“ Selbstständigkeit – die Studie definiert Startups als Unternehmen, die jünger als 10 Jahre sind, ein hoch innovatives Geschäftsmodell verfolgen und ein signifikantes Mitarbeiter- und/oder Umsatzwachstum anstreben.

Diese Definition umfasst Gründungen, die sich im Bereich der digitalen Wirtschaft tummeln, junge Unternehmen aus den fünf Innovationsclustern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Klima/Energie, Gesundheit/Ernährung, Mobilität, Sicherheit und Kommunikation ) und auch Unternehmensgründungen aus Bio/Med Tech, Urban Tech, Social Entrepreneurship und sogar der Old Economy (beispielsweise Handel, Wohnen, Logistik, Tourismus oder Gesundheitswesen).

Es grüßt: Sigmar Gabriel

Das Grußwort ist Sigmar Gabriel vorbehalten. Der ist Bundesminister für Wirtschaft und Energie – und führt den Leser durch die „bunte“ deutsche Startup-Szene. Da gibt es Fragwürdiges („Ausländische Gründerinnen und Gründer schätzen besonders die guten Rahmenbedingungen in Deutschland“), Verbesserungswürdiges („13 % der Startups werden von Frauen gegründet“), mehr Verbesserungswürdiges („Scheitern nicht als Makel, sondern als Chance zu begreifen“), Perspektivisches („Ältere Unternehmen können interessante Kunden oder Mentoren für Startups sein“) sowie Phrasenhaftes („Zudem hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, Unternehmen in der Wachstumsphase noch besser zu fördern“).

Im Folgenden werden die erhobenen Daten (2.036 Personen haben an der Online-Erhebung teilgenommen) in 8 Kapiteln analysiert. Hier die Kernbotschaften:

  • Etwas weniger als die Hälfte der Befragten meint, dass ihr Startup zum Gründungszeitpunkt eine weltweite Marktneuheit angeboten hat.
  • 75 Prozent der Befragten planen eine weitere Internationalisierung.
  • Der Anteil der Gründerinnen beträgt 13 Prozent – und ist damit seit 2014 nur leicht gestiegen (10,7 Prozent).
  • Die befragten Gründer sind im Schnitt rund 29 Jahre alt, Gründerinnen knapp 31 Jahre
  • Etwa die Hälfte der Befragten ausländischen Gründer lebt schon länger in Deutschland. Etwa ein Viertel (23,3 Prozent) nannte die bessere Ausgangssituation im Vergleich zum jeweiligen Heimatland als Motiv für eine Gründung in Deutschland.
  • Ein Drittel der Gründer hat ein zuvor begonnenes Startup-Projekt eingestellt. Mehr als 80 Prozent würden auch nach der Aufgabe ihres aktuellen Startups selbstständig bleiben.
  • Gründer suchen keinen schnellen Exit. 87,2 Prozent halten den Verbleib im Unternehmen für wahrscheinlich.
  • Startup-Gründer sind mit ihrem Leben zufriedener als Angestellte.
  • Rund die Hälfte der Befragten geht von einer negativen Beeinflussung ihres Startups durch den Mindestlohns aus.
  • Wichtigste Kapitalquelle bei der Finanzierung sind die eigenen Ersparnisse (82,5 Prozent), gefolgt von Freunden und Familie, Business Angels und staatlichen Förderprogrammen.
  • 81,2 Prozent der befragten ­Gründer haben erfolgreich ein Studium absolviert. Bei der Vermittlung von unternehmerischem Denken und Handeln habe das deutsche (Hochschul­)Bildungssystem aber Nachholbedarf. Dennoch: Mehr als ein Drittel der Gründer von Startups arbeiten aktiv mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen.
  • Die derzeit laut der Befragten fünf größten Herausforderungen für Startups: Vermarktung, Finance, Human Resources, Produkt(entwicklung), Unternehmensentwicklung.
  • Von der Politik wünschen sich Startups: Abbau von Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen, eine individuellere und effektivere Förderung,  Verständnis für ihre speziellen Belange, Steuererleichterungen sowie einfachere Kapitalbeschaffung und Förderung von Venture Capital.

Hier entlang zu ganzen 76 Seiten Deutschen Startup Monitor 2015.

Wie bewerten sie die Ergebnisse? Überraschend? Nachvollziehbar? Immer das gleiche? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Beitragsbild: Wavebreakmedia

 

1 Kommentar zu “Der Deutsche Startup Monitor 2015 ist da

  1. JCP

    Politiker/innen sollten sich einmal darauf besinnen das kleine und mittelständische unternehmen dieses land tragen und nicht unendlich großzügig bezuschusste Industrie die so und so nur abwandert wenn es dann nichts mehr für sie kostenlos oder großzügig bezuschusst und oder vergünstigt gibt.
    viele menschen hätten gute Möglichkeiten sich selbstständig zu machen aber vernünftige lösungen wie Gründungen einer LTD. & Co. KG werden regelrecht vorsätzlich negativ abgestempelt, obwohl mittlerweile unzählige GmbHs existieren welche den betrug als geschäftsidee auf ihrer fahne haben.
    was sicherlich ganz wichtig wäre, die Abschaffung von harz4 und vor allem die entsprechenden sogenannten Mitarbeiter dieser GmbH für Arbeit. diese „Agentur“ hat sicherlich in keinem fall genügend Kompetenz zu bieten und ist, meiner Meinung nach, eher zur Verhinderung von Selbständigkeit eingesetzt worden. wer selbst keinerlei Kompetenz in solch einer Richtung hat, der gehört auch nicht an eine solche verantwortungsvolle stelle. es sei denn das dies so gewollt wäre?
    wir selbst betreuen und helfen vielen kleinen und auch mittelständischen unternehmen und immerwieder finden sich viele Gründer darunter welche aus harz4 kommen. was wir da erleben müssen…, wie diese menschen behandelt werden von inkompetenten Mitarbeitern der „Agentur GmbH“, wie viele mit künstlich erzeugtem pappierkrieg seitens der inkompetenten „Agentur GmbH Mitarbeiter“ belagert werden, da wird es dann einem schon klar warum sich menschen die wirklich etwas machen möchten und auch könnten einfach zum schluss wenn sie so richtig fertig gemacht wurden nur noch Bier und fussball kennen, ganz abgesehen davon das jeder weiss das man ein unternehmen nicht in einem jahr komplett tragfähig haben kann (abgesehen der „Agentur GmbH“ natürlich). und, das beste ist ja auch, unter anderem, diese „tragfähigkeitsbescheinigung“, das ist ja wohl das allerletzte, das wird man ja nun schon von seiten der stellen dazu verpflichtet ein lügenbuch zu kreiren was in keinster weise jemals zutreffen kann.
    Politiker/innen sollten vielleicht einmal darüber nachdenken ob es nicht evtl. kostensparender wäre jemandem, meiner Meinung nach, lieber ca. 3 jahre Gelder zu gewähren und dieser ist dann durch aus kein leistungsempfänger mehr wenn er sich selbständig machen möchte, wie weiterhin menschen die etwas leisten können in einen harz4 sumpf zu pressen, die arbeitslosen zahlen zu schönen in dem man dann letztendlich zwangsverrentet oder so.
    man sollte einmal darüber nachdenken wer denn eigentlich dieses „harz“4 entwickelt hat und vorallem warum und, war da nicht was mit unrecht oder so…

    euer JCP
    ein legasteniker der sich trotz Ablehnung einer Selbständigkeit durch die „Agentur GmbH“ selbständig machte und dies bis heute auch geblieben ist!
    Eine LTD. & Co. KG machte es möglich.

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