Kapitalerhöhung durch Sacheinlagen in der Limited

Grundsätzlich ist es möglich das Kapital der Limited durch Sacheinlagen zu erbringen. Dies gilt nicht nur für die Kapitalaufbringung bei der Gründung, sondern auch bei einer Kapitalerhöhung.

Der Begriff der Sacheinlage (non-cash consideration, sec. 1163 CA 2006) ist dabei sehr weit gefasst. Das Kapital kann nicht nur durch „Gegenstände“ erbracht werden, sondern auch durch Dienstleistungen, andere Gesellschaftsanteile und Aufrechnungen mit Forderungen gegenüber der Gesellschaft. Die Forderung muss allerdings fällig und bezifferbar sein und der Dienst darf noch nicht erbracht worden sein.

Selbstverständlich muss die jeweilige Einlage einen gewissen Wert verkörpern.

Die Bewertung obliegt den directors der Gesellschaft. Diese sind in der Bewertung relativ frei. Lediglich Missbrauchsfälle oder ein krasses Missverhältnis  kann die Bewertung unwirksam sein lassen. Bei der private limited company bedarf es, anders als bei der public limited company, keiner weiteren Prüfung.

Ist ein director, oder eine ihm nahe stehende Person an der Einlage beteiligt, haben alle Gesellschafter der Sacheinlage zuzustimmen (sec. 190 CA 2006).

Mit der Bewertung der Sacheinlage gelten die darauf ausgegebenen Anteile als bezahlt (fully paid up).

Die Beschlussfassung zur Kapitalerhöhung und entsprechender Anteilsausgabe sollte demnach vor der Erklärung, dass die Anteile voll einbezahlt sind, eine Erklärung enthalten, wie die Anteile bezahlt wurden und den Wert benennen.

 

Beispiel:
Herr A wird die Geschäftsräume der Gesellschaft renovieren. Diese Tätigkeit wird mit 1000 Euro bewertet. Als Gegenleistung erhält Herr A 100 Geschäftsanteile der Gesellschaft zu je 10 Euro Nominalwert.

 

Sodann folgt die weitere „normale“ Beschlussfassung.

Auch eine solche Form der Kapitalerhöhung und Anteilsausgabe ist dem Companies House mitzuteilen.

Hierzu wird, ebenso wie bei einer Kapitalerhöhung in bar, das Formular SH01 benutzt. Dieses Formular verfügt über ein besonderes Feld, in welchem die Details der Sacheinlage für die ausgegebenen Anteile anzugeben sind. Eine Kurzbeschreibung, wie in der Beschlussfassung, (in englischer Sprache) reicht hier aus.

Selbstverständlich gilt für diese und jede andere Art der Kapitalaufbringung in der Limited das englische Recht. Eine, wie auch immer geartete, entsprechende Anwendung deutscher Kapitalaufbringungsvorschriften (mit allen dazugehörigen Formalitäten) ist ausgeschlossen.

 

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